Mittwoch, 23. November 2011

¡Quitoquitoquito!

Mit dem Bus zu reisen ist leichter als ich gedacht haette. Meistens bruellt irgendjemand Quitoquitoquitoquito und dann weiss man gleich, wo man einsteigen muss, wenn man nach Quito will, so wie ich. Meine obligatorische Visusmsregistration hab ich gleich mit saemtlichen Stadtbesichtigungspunkten ausgeschmueckt.
Plaza Grande oder auch: Plaza de la Independencia. Im Hintergrund La Catedral de Quito. Belebt und schoen!
Dort war gerade Cambio de Guardia, den ich also ungeplant auch miterleben durfte.
Zuerst haette ich gedacht, was fuer ein Glueckspilz ich bin, dass ich genau dann zu dem Platz komm, wo gerade so ein Event stattfindet. Aber, wie ich spaeter erfahren hab, findet das jeden Montag um 11 Uhr statt. Glueck hatte ich trotzdem, ich konnte naemlich Rafael Correa, den Praesidenten, sehn.
Er steht auf der Empore des Palacio de Carondelet, eher auf der rechten Seite. Wer weiss, wie er ausschaut, erkennt ihn.
Ganz gewissenhaft hab ich saemtliche Kirchen besichtigt, eine interessanter als die andere. Mein auf den Chorfahrten erworbenes Epochenwissen versuchte ich zur Analyse einzusetzen; ob ich mit meinen Enschaetzungen richtig gelegen bin, weiss ich nicht.
Die La Compañía de Jesús war schon ein besonders gewaltiger Anblick! Voll von kolonialem Prunk, Gold und Gold, so weit das Auge reicht. Leider durfte ich von saemtlichen Kirchen innen keine Fotos machen. Angesichts der Schoenheit der Bauwerke hab ich mich auch dran gehalten.

Ein haeufiges Strassenbild. Oft vermischt sich koloniale Genauigkeit mit lateinamerikanischer Unordnung.
Vom Palacio Itchimbia aus hatte ich einen guten Blick ueber das Haeusermeer, das sich in Nord-Sued-Richtung erstreckt und im Osten und Westen die Berge hinaufschwemmt. Leider war es herzlich bewoelkt.
Auf dem Berg auf der linken Seite steht die La Virgen de Quito, die die Stadt vor Unheil beschuetzen soll. Weil sie nach Norden schaut, kann sie nicht sehen, was sich in dem als unsicher geltenden Sueden abspielt.

Beinahe waere ich einmal ziemlich ueber den Tisch gezogen worden. Mein spontaner Entschluss, eine Sim-Karte zu kaufen, fuehrte mich in einem fuer hiesige Verhaeltnisse fast schon futuristisch anmutendem Kaufhauskomplex in einen kleinen Nebenladen.
Die Herrschaften verlangten zuerst nach meinem Reisepass, was mir schon sehr spanisch vorkam. Gott sei Dank war der gerade in der Extranjería. Ich hatte nicht viel Zeit und normalerweise ist so ein Kaufvorgang ja nach wenigen Augenblicken abgeschlossen. Aber die Frau und der Herr versuchten die ganze Zeit irgendwas bei meinem Handy zu aktivieren und das mit einer seelenruhigen Ignoranz. Als es mir zu bloed geworden ist, wollte ich den Vorgang abbrechen, was sie aber als nicht mehr moeglich deklarierten. Die Karte kostete 7 Dollar, ich hatte ihnen 10 gegeben. Also wollte ich zumindest meine Karte und meine 3 Dollar Rueckgeld. Irgendwann bestritten sie aber, dass ich ihnen die 10 Dollar gegeben hatte und steigerten sich immer mehr in ihre “Ich bin beschaeftigt und weiss von nichts”-Haltung rein. Leider ist mein Spanisch noch nicht so gut, dass ich mit Schlagfertigkeit glaenzen koennte, wobei das wahrscheinlich auch nicht so viel gebracht haette. Es waren eine Tussi und ein Uebernerd, also nahm ich mir irgendwann einfach mehr oder weniger eigenwillig und dank meiner Penetranz meine Karte und meine 3 Dollar und ging weg.
Dass einem als Gringo hier sowas passiert, ist sicher gar nicht selten, aber ich war trotzdem ziemlich enttaeuscht, weil es mein durchaus positives Bild von den Leuten hier reichlich verschlechtert hat.
Sehr oft bin ich auch mit Ecuadorianern unterwegs, was einen vor sowas schonmal schuetzt.

Es gaeb immer noch unzaehlige weitere zeigenswerte Fotos und erzaehlenswerte Sachen, aber das wuerde hier den Rahmen sprengen. Z.B. hab ich´s letztens auch nach Otavalo geschafft. Aber jetzt beend ich lieber meine Internetsession und bericht darueber vielleicht ein anderes mal. Bis dann wieder :)

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