Mittwoch, 28. März 2012

La costa no más...

"Vamos a la playa" ist leichter gesagt als getan. Auch wenn von der Sierra aus die naechsten Straende eigentlich so herrlich nah sind, eine Costa-Tour beherbergt meistens keinen unerheblichen Reiseaufwand.
Von der Sierra runterfahren heisst, ueber kurvige Gebirgspaesse und, wie so oft im Bus, in jedem noch so kleinen Kaff anhalten. Dort sieht man dann aber bequem ein Stueck Alltagsleben der Menschen, die in der Costa gerne abends draussen sitzen, bei einem Bier oder gross aufkochen, essen. Das war nicht der unangenehmste Teil unseres Costa-Ausflugs. Es waren die Stunden in Quito, die wir im Bus verbrachten, waehrend wir uns eigentlich schon die ganze Zeit auf dem Weg an den ersehnten Strand waehnten.
Wir wollten von Quito nach Atacames, fuhren vom Norden in den Sueden der Stadt zum Haupt-Bus-Terminal, bestiegen den Bus nach Atacames. Wenn der Terminal schon so weit im Sueden liegt, koennte man meinen, dass der Bus die Stadt dann auch durch den Sueden verlaesst. Nach ca. einer Stunde Fahrt ist uns dann aber aufgefallen, dass wir immernoch mitten in Quito sind, mit der Zeit wurde uns- sogar schlimmer noch- klar, dass wir die ganze weite Strecke zurueck durch die Stadt nach Norden fahren, zum dortigen Buero der Busgesellschaft, um weitere Fahrgaeste aufzulesen. Es waren wirklich Stunden und in diesen Stunden hab ich die Stadt, die mir eigentlich sonst so sympathisch ist, einfach nur gehasst. Mit einem riesigen Bus kurvten wir in grausamen Verkehr durch diese riesige Stadt. Quito, Quito, noch mehr Quito, immernoch Quito. Wie bei Kafka! Kurz vor dem entgueltigen Verlassen musste er natuerlich noch tanken, immernoch Quito. Doch alle anderen Mitfahrer voellig gelassen. Man kann einiges von ihnen lernen. Wir sind halt in Ecuador.
Busfahren ist hier immer irgendwie lustig. Einmal sah ich den Fahrer auf´s Klo gehen, ein Mann mit einem Hemd mit der Aufschrift "Conductor" spazierte den Bus entlang und wir fragten uns ernsthaft, ob denn der Bus vielleicht gerade durch Geisterhand von selbst weiterfahre, bis der gnaedige Herr sein Geschaeft erledigt hat. Fliegender Wechsel anscheinend und vorbildlich, sie wechseln sich ab.

Voellig ausgelaugt sind wir dann in Atacames angekommen, die ersten Eindruecke hielten wir aus Muedigkeit nicht mehr fest, sondern erkundeten dann nach Tagesanbruch das Dorf.
Das interessante bei diesem Costa- Aufenthalt, vor allem im Vergleich zu meiner letzten laengeren Costa-Reise, war, dass man diesmal wirklich das Leben der Einheimischen miterleben konnte, was zum einen an den Orten liegen mag. In kuenstlich touristischen Party-Meilen wie Montañita bekommt man kaum was vom normalen Leben mit. Zum anderen waren wir in keiner Haupturlaubssaison, viel besser, in einer Zeit, in der die Costa-Bevoelkerung selbst Ferien hat.
Mehr als sonst noch sitzen sie also in diesen Tagen draussen herum, essen, trinken, essen, trinken, machen nichts.
Oder kochen.
Das ist auch das, was ihnen oft von ihren Landesgenossen aus der Sierra vorgeworfen wird. Dass sie schrecklich faul seien, den ganzen Tag nichts taeten und das wenige, das sie verdienten nur fuer das naechste Feierabendbier ausgaeben.
Geht man so durch die Strassen, kann man dieses Klischee nur schwer entkraeften. Allerdings ist es bei dieser moerderischen Hitze, die es oft gibt, wirklich nicht leicht, sich zu Grosstaten aufzuraffen.
Die Lebensverhaeltnisse an der Costa gelten im Allgemeinen auch als schlechter als in der Sierra und im Oriente. Und die Armut ist wirklich in gewisser Weise naeher, praesenter, direkter wahrnehmbar.
In der Provinz Esmeraldas gibt es den groessten Anteil Afroecuadorianer im ganzen Land. Die Region war der erste Teil des heutigen Ecuadors, der von den spanischen Kolonisten besiedelt wurde. Sie brachten afrikanische Bevoelkerung als Sklaven mit.
Bei den meisten guten Bildern muss das Lob an meine Mama gehen.
Es gab etliche tolle Motive da in Atacames.
Dieser Fluss hatte einen guten Wasserstand, aber nicht zu vergleichen mit anderen Teilen der Costa, die zurzeit teilweise mit ganz schlimmen Ueberschwemmungen zu kaempfen haben, besonders ein bisschen mehr im Landesinneren. Im Fernsehen sieht man Bauern, die mit dem Kanu ueber ihre Felder fahren, Leute, die durch regelrechte Fluten zu ihren Haeusern waten.
Atacames, trotz von Touristenloechern gewohnter abendlicher gegenseitig konkurrienderer Laermkonzerte in ungemuetlichen Strandbars an der Strandpromenade, insgesamt authentisch und irgendwie besonders.

Am riesigen Strand fuehlt man sich nicht wirklich wohl, wie so oft an diesen ungeheuren Pazifikstraenden.
Doch eigentlich wollten wir auch gar nicht nach Atacames. Aufgrund unserer Quito- Odyssee und damit unserer spaeten Ankunft schafften wir es erst am naechsten Tag nach Súa, unserem eigentlichen Ziel.

Mit einem dieser schneidigen Motorradtaxis ein paar Kilometer Richtung Sueden. Wer erkennt uns auf diesem Bild?

Súa offenbarte die “Tranquilidad”, die es versprochen hatte und ist von all dem, was ich von der Costa kenne, mein Lieblingsort.
 Scherzplatzal, die sich gegenseitig eingraben.
Muschelsucher.

Fussballspieler.

Und dann stellte ich mich der Unmoeglichkeit, in Súa laufen zu gehen. Praktisch ist es schon moeglich, aber ziemlich unangenehm, wie es sich herausstellte. Es ist wohl etwas sehr sehr ungewoehnliches, dass ein Auslaender mitten im Herz dieses kleinen Fischerdorfs seine Runden dreht.
Dementsprechend fremd kam ich mir vor und fuehlte mich nicht gut. Nach der langen Zeit, die ich hier schon lebe, betrachte ich mich immer weniger als einen klassischen Besucher, auch wenn mein Auslaenderdasein natuerlich trotzdem immer offensichtlich sein wird. Aber waehrend ich mich am Anfang eher selbst als Gringo identifiziert habe, geht es mir heute einigermassen auf den Keks, wenn mich jemand als solcher bezeichnet, vor allem, weil es meistens gleichzeitig bedeutet, dass man pauschal fuer einen US-Amerikaner gehalten wird. Die Leute an der Costa koennen sehr direkt, manchmal sogar fast ein bisschen unverschaemt sein. Sie schreien einem schonmal was hinterher. “Papi, te acompaño…”
Auf manchen einsamen stillen Wegen war es nicht gerade besonders kommod.
Nachdem ich dann fast von einem wilden Hund ueberfallen worden waere, hatte ich genug von meinen Erkundungstouren und war froh, wieder wohlbehalten im Hotel angekommen zu sein.
Beschweren kann ich mich aber nicht. Selber schuld, wer da unbedingt zum Laufen gehen muss.

Trotzdem wagte ich mich nochmal zurueck, um alles festhalten zu koennen.
Heute geht das Foto-Hochladen so erstaunlich schnell. Das muss ich ausnutzen.
Irgendwie hat mich der Ort an die Bilder erinnert, die ich immer im Kopf hatte, wenn ich mir vorgestellt hatte, wie Lateinamerika wohl sein koennte, allerdings weit vor konkreten Plaenen.
Es gibt also diese Seiten, aber sie sind nur ein kleiner Teil von der riesigen Vielfalt hier.
Auf Wiedersehen, bis zum naechsten Mal!

Dienstag, 27. März 2012

Weitere Verbesserungen

Zuallererst muss ich zum letzten Eintrag "Colombia!" noch was wichtiges ergaenzen. Ich hab die Lage hier, was den Einfluss der kolumbianischen Migrantenstroeme anbelangt, ein bisschen zu einseitig dargestellt. Klar kommt mit ihnen auch Kriminalitaet ins Land, doch nicht nur. Die Einheimischen neigen da gern zu Pauschalisierungen.
Letztes Wochenende hab ich in Quito eine vierkoepfige Familie aus Cali getroffen, die irgendwann das Weite gesucht hat, weil sie den Druck und die Belaestigung durch die Guerrillas und die allgemeine Lage einfach nicht mehr ausgehalten haben. All ihr Hab und Gut haben sie dort lassen muessen und versuchen jetzt, sich in Quito eine neue Existenz aufzubauen, leben zusammen in einem kleinen Zimmer und schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch.
Was fuer wunderbare, herzliche Menschen sie sind und welche Lebensfreude sie ausstrahlen, obwohl sie in so einer misslichen Lage stecken! Ich hab ihnen von meiner langjaehrigen Verbundenheit durch "Kinder von Cali" erzaehlt und sie kannten das Projekt sogar, den Stadtteil und den Pater Alfred Welker.

Ansonsten ist es jetzt endlich an der Zeit, ueber einige weitere Verbesserungen im Projekt zu schreiben, die es in letzter Zeit noch gegeben hat.
Da sei einmal eine Aktion erwaehnt, die sich "Minga" nennt und soviel, wie "Treffen vieler Leute zum Arbeiten" bedeutet.
Ich hatte einmal von einer Frau berichtet, deren Haus wir in desastroesem Zustand vorfanden.
Eine Riesenmenge von ueberfluessigen Gegenstaenden, das reinste Chaos, der wenige wertvolle Raum zum Leben zugemuellt. 
Also trommelten wir ein paar Leute- aus dem Projekt selbst- zusammen und fuhren hin zum Ausmisten, Aufraeumen.

Ich habe den Spass entdeckt, auf Pick-ups hinten mitzufahren, was hier gang und gaebe und wirklich sehr lustig ist.
Auf der langen Fahrt in das aeusserste Randgebiet der Stadt, wo sie lebt, verbrachte ich eine gute Zeit da hinten oben in diesem schoenen Sonnenwetter. 
Das tolle an Ibarra ist, dass das Zentrum in einem Tal liegt und die Randbezirke die Berge hinaufgehen, von wo aus man einen wunderbaren Ausblick ueber die ganze Stadt hat.
Saemtliches Geruempel haben wir rausgeschmissen und Gott sei Dank willigte sie trotz so mancher schwerer Trennung meistens sein.

Ein paar nette Schallplatten, mit denen sie nichts anfangen kann, weil sie keinen Plattenspieler hat, darunter sowas wie „Canciónes de Imbabura“, kaufte ich hier ab. 
Zwischen Kalendern aus dem Jahr 1997, verrosteten Blechansammlungen und Reihen gestapelter Ziegelsteine stiessen wir auf diese Moerdermonstersaege. Diós mio...
Ich spielte mich mit diesem Fernseher aus dem Mittelalter, der sein Signal mit einem Kleiderbuegel bezieht.
Mit der Zeit entstanden neue nicht unerhebliche Freiraeume, die wir dann effektiver nutzen konnten. Es fanden sich auch immer wieder anders verwertbare Gegenstaende, z.B. einen nicht genutzten Tisch in gutem Zustand, den wir dann statt einem alten kaputten als Kuechentisch umfunktionierten.
Letztendlich stellten wir ihre ganze Einrichtung komplett um und versuchten, die vielen Stellen, die von schrecklicher Feuchtigkeit betroffen sind, so gut wie´s geht, zu meiden. Vor allem das Zimmer, in dem sie zu Schlafen pflegte, war in miserablem Zustand. Als Fensterersatz diente dort eine alte Tuer.
Nun ist das trockenste aller Raeume ihr Schlafzimmer und es gibt jetzt Platz, um sich zu bewegen, ein bisschen Wohnraum in ihrem bescheidenen Heim.
Viel sauberer ist es auch! Wir putzten einfach von vorne bis hinten, oben bis unten alles durch, die Fenster, durch die man jetzt wieder nach draussen schauen kann, entstaubten Boden und Waende.

Und sie war wirklich so wahnsinnig dankbar. „Moege Gott eure Arbeit vergelten!", sagte sie. "Dass Gott euch beistehen, euch helfen moege!“


Als wir einmal um Spenden in materieller Form bei der hiesigen Bevoelkerung gebeten hatten, bekamen wir Betten, die wir im selben Aufwasch mit den Matratzen verteilten, wo sie gebraucht wurden und kleine Tische.
Die Farbe war nicht mehr besonders toll. Deswegen kauften wir welche und die zukuenftigen Besitzer strichen ihre Moebel selber voller Enthusiasmus an.
Mir kam´s so vor, als war allein das Streichens schon die reinste Freude fuer sie. Jaimito (2. von l.) bat schon wieder freiwillig seine Hilfe an.

Sehr zufrieden waren wir damals, als wir die projekteigenen Duschen so hergerichtet haben, dass sie auch von den Projektbesuchern benutzt werden koennen, mit der Erwartung, dass sie dann natuerlich auch genutzt werden. Doch hier sind alle noch so selbstverstaendlichen Selbstverstaendlichkeiten nicht so ganz selbstverstaendlich. Man koennte meinen, dass die Menschen, die wohl ihr ganzes Leben lang nie den Luxus einer warmen Dusche geniessen konnten, mit groesster Freude dieses Angebot warnehmen, aber wohl gerade weil sie es nie hatten, konnten sie nie einen Sinn fuer Hygiene entwickeln,  fuer ein wirkliches Beduerfnis nach Sauberkeit, koennen sich nicht vorstellen, dass Duschen mit warmem Wasser auch angenehm sein kann. 
Doch wir erwarten, dass sie davon Gebrauch machen, denn gerade in dieser Gemeinschaft gehoert es dazu, dass man nicht voellig ungepflegt ankommt, wenn es diese Moeglichkeit schon gibt.
Anstatt sie dazu zu zwingen wollten wir sie von der Notwendigkeit ueberzeugen und ueberlegten uns somit Gruende, warum Sauberkeit so wichtig ist
und haben quasi einen kleinen Vortrag darueber gehalten. Ich hatte schon das Gefuehl, dass sie einsichtig waren und sie das Angebot nun mehr wahrnehmen, aber schwierig bleibt es nach wie vor.

Dienstag, 20. März 2012

Colombia!

Ich hab´s also doch noch ueber die Grenze geschafft, nachdem meine vorigen Vorhaben nicht geklappt haben. Und ich denke, es wird bei diesem einen mal bleiben. Eigentlich waer die Grenze ja so nah und auch so einladend, ein anderes lateinamerikanisches Land quasi direkt vor der Haustuer. Staedte, wie Pasto, Popayán oder sogar Cali von hier aus nicht unerreichbarer als so manche entfernte Reiseziele in Ecuador. Aber trotz all den tollen Dingen, die Kolumbien zu bieten haben soll, wunderschoene Landschaften, bluehende Kultur, sehr sehenswerte Staedte, hat es vor allem als Reiseland eine verdammt schlechte Reputation.
Es ist der seit Jahrzehnten andauernde bewaffnete Konflikt, der einen das Land mit Skepsis begegnen laesst. Er geht auf Spannungen zwischen Konservativen und Liberalen bis in das 19. Jhdt. zurueck, die in der Geschichte Kolumbiens immer wieder zu diversen viele Opfer fordernden Buergerkriegen fuehrten ("La Violencia"). In der zweiten Haelfte des 20. Jhdts. mischten sich linksgerichtete Gruppierungen in die Auseinandersetzungen mit ein, aus denen spaeter die Guerillas entstanden. Auf der anderen Seite kaempfen Paramilitaers im Auftrag von konservativen Grossgrundbesitzern und Militaer. Mit im Spiel ist allgegenwaertig die Drogenmafia, aus deren Einnahmen sich beide Seiten finanzieren. Problematisch ist vor allem, dass Korruption an der Tagesordnung steht, teilweise sogar politische Funktionaere fuer die Paramilitaers im Hintergrund agieren, ja Parlamentarier gar "gekauft" werden. Durch derartige Verbindungen koennen Drogenbarone, die ja eng mit den Paramilitaers in Verbindung stehen, durch Bestechung von Polizei und Justiz eine Strafminderung geniessen und ermoeglichen den Paramilitaers somit mit Geldlieferungen aus dem Drogengeschaeft wiederum eine fortbestehende Existenz.
Im Zuge dessen gibt es Erpressung, Menschenrechtsverletzungen, die auch vor zivilen Opfern keinen Halt machen. Kolumbien gilt weltweit als das Land mit den meisten Entfuehrungen und politische Morden. Vor allem der Sueden des Landes ist mit Vorsicht zu geniessen.
Auslaendische Besucher schwaermen von offenen, sehr netten Menschen und einem wunderbaren Land. Bei den Ecuadorianern hat die kolumbianische Bevoelkerung einen sehr schlechten Ruf. Natuerlich spielt immer ein bisschen Rivalitaet zwischen Nachbarlaendern mit, doch seit ein paar Jahren soll die Grenze offener denn je sein und angeblich stroemen ganze Heerscharen von kolumbianischen Migranten ins Land, um sich dort aus wirtschaftlichen Gruenden niederzulassen oder um vor der prekaeren politischen Situation zu fliehen. Tatsaechlich sehen wohl einige Ecuador als Ausweg aus der unsicheren Lage, um Erpressungen, Geldforderungen von Guerillagruppen durch Einnahmen aus kriminellen Handlungen im Ausland begleichen zu koennen. Einige ecuadorianische Staedte gelten wegen der Naehe zur kolumbianischen Grenze als ziemlich gefaehrlich. Auch in Ibarra soll sich in den letzten Jahren da einiges verschlimmert haben und die Einheimischen machen die grosse Praesenz von Kolumbianern groesstenteils dafuer verantwortlich.

Doch trotz alledem wollte ich einmal dagewesen sein. Von den unterschiedlichsten Leuten hab ich die unterschiedlichsten Meinungen ueber die wirkliche Gefahr gehoert. Als weitgehend safe galt immer die erste Stadt nach der Grenze, Ipiales. Also aus Vernunft nur Ipiales. Letztlich war es nur ein kleiner Abstecher in dem vollen Reiseprogramm von meiner Mutter und mir.

Die Grenze -
 erstaunlich offen.
 
Man ist ja in Europa keine Grenzen mehr gewoehnt, aber nach so manchen erlebten Eintritten in Nicht-EU-Laender haett ich mir sie wesentlich strenger, kontrollierter vorgestellt. Dass gleich von der Polizei der Pass verlangt wird, evtl. die Taschen dursucht werden.
Doch von all dem nichts. Die Autos stroemen nur so hin und her, man koennte auch einfach zu Fuss munter von einem Land ins andere auf- und abgehen. Sie ist wirklich nicht idiotensicher, denn man muss sich eigenstaendig einen Ausreise- und dann an anderer Stelle einen Einreisestempel besorgen. Vielleicht fehlt mir aber bis jetzt  auch noch der Vergleich und an anderen suedamerikanischen Grenzen geht es nicht anders zu.

Ipiales, einigermassen aehnlich haesslich wie Tulcán, aber trotzdem unheimlich interessant, denn es ist doch schon irgendwie anders als Ecuador, ich finde, in gewisser Weise noch unbefangener, indiskreter.
Und wahnsinnig kommerziell.  Ueberall gibt es irgendwelche Staende, an denen irgendein Ramsch verkauft wird.
Der Lebensmittelmarkt war aber echt besuchenswert!

Ein klein bisschen ausserhalb erreichten wir aber dann eine sehr ansehnliche Kirche, “Las Lajas”. Sie formt praktisch eine Bruecke ueber einen Fluss
 und ist an einen Felsen drangebaut.

 Hier im religioesen Suedamerika kommen in die Kirchen immer sehr viele Leute zum Beten.
Sogar der Sicherheitsmensch kniet ganz andaechtig.
Ganz allgemein wird der Glauben hier recht offen demonstriert. Oft, wenn ich im Taxi an einer Kirche vorbeifahr, macht ein noch so gangstermaessiger Taxifahrer das Kreuzzeichen...

Unser Kolumbienaufenthalt ist jetzt schon fast wieder 2 Wochen her. Allgemein hink ich mit meinen Berichten ein bisschen hinterher. In der letzten Zeit hab ich es vor lauter Reisen und abschnittsweise nicht vorhandenem Internet nicht geschafft, aktuell mit den Geschehnissen Schritt zu halten. Aber fuer die naechsten Tage nehm ich mir jetzt einen Post-Marathon vor!