Letztes Wochenende hab ich in Quito eine vierkoepfige Familie aus Cali getroffen, die irgendwann das Weite gesucht hat, weil sie den Druck und die Belaestigung durch die Guerrillas und die allgemeine Lage einfach nicht mehr ausgehalten haben. All ihr Hab und Gut haben sie dort lassen muessen und versuchen jetzt, sich in Quito eine neue Existenz aufzubauen, leben zusammen in einem kleinen Zimmer und schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch.
Was fuer wunderbare, herzliche Menschen sie sind und welche Lebensfreude sie ausstrahlen, obwohl sie in so einer misslichen Lage stecken! Ich hab ihnen von meiner langjaehrigen Verbundenheit durch "Kinder von Cali" erzaehlt und sie kannten das Projekt sogar, den Stadtteil und den Pater Alfred Welker.
Ansonsten ist es jetzt endlich an der Zeit, ueber einige weitere Verbesserungen im Projekt zu schreiben, die es in letzter Zeit noch gegeben hat.
Da sei einmal eine Aktion erwaehnt, die sich "Minga" nennt und soviel, wie "Treffen vieler Leute zum Arbeiten" bedeutet.
Ich hatte einmal von einer Frau berichtet, deren Haus wir in desastroesem Zustand vorfanden.
Eine Riesenmenge von ueberfluessigen Gegenstaenden, das reinste Chaos, der wenige wertvolle Raum zum Leben zugemuellt.
Also trommelten wir ein paar Leute- aus dem Projekt selbst- zusammen und fuhren hin zum Ausmisten, Aufraeumen.
Ich habe den Spass entdeckt, auf Pick-ups hinten mitzufahren, was hier gang und gaebe und wirklich sehr lustig ist.
Auf der langen Fahrt in das aeusserste Randgebiet der Stadt, wo sie lebt, verbrachte ich eine gute Zeit da hinten oben in diesem schoenen Sonnenwetter.
Das tolle an Ibarra ist, dass das Zentrum in einem Tal liegt und die Randbezirke die Berge hinaufgehen, von wo aus man einen wunderbaren Ausblick ueber die ganze Stadt hat.
Saemtliches Geruempel haben wir rausgeschmissen und Gott sei Dank willigte sie trotz so mancher schwerer Trennung meistens sein.
Das tolle an Ibarra ist, dass das Zentrum in einem Tal liegt und die Randbezirke die Berge hinaufgehen, von wo aus man einen wunderbaren Ausblick ueber die ganze Stadt hat.
Saemtliches Geruempel haben wir rausgeschmissen und Gott sei Dank willigte sie trotz so mancher schwerer Trennung meistens sein.
Ein paar nette Schallplatten, mit denen sie nichts anfangen kann, weil sie keinen Plattenspieler hat, darunter sowas wie „Canciónes de Imbabura“, kaufte ich hier ab.
Zwischen Kalendern aus dem Jahr 1997, verrosteten Blechansammlungen und Reihen gestapelter Ziegelsteine stiessen wir auf diese Moerdermonstersaege. Diós mio...
Ich spielte mich mit diesem Fernseher aus dem Mittelalter, der sein Signal mit einem Kleiderbuegel bezieht.
Mit der Zeit entstanden neue nicht unerhebliche Freiraeume, die wir dann effektiver nutzen konnten. Es fanden sich auch immer wieder anders verwertbare Gegenstaende, z.B. einen nicht genutzten Tisch in gutem Zustand, den wir dann statt einem alten kaputten als Kuechentisch umfunktionierten.
Letztendlich stellten wir ihre ganze Einrichtung komplett um und versuchten, die vielen Stellen, die von schrecklicher Feuchtigkeit betroffen sind, so gut wie´s geht, zu meiden. Vor allem das Zimmer, in dem sie zu Schlafen pflegte, war in miserablem Zustand. Als Fensterersatz diente dort eine alte Tuer.
Nun ist das trockenste aller Raeume ihr Schlafzimmer und es gibt jetzt Platz, um sich zu bewegen, ein bisschen Wohnraum in ihrem bescheidenen Heim.
Nun ist das trockenste aller Raeume ihr Schlafzimmer und es gibt jetzt Platz, um sich zu bewegen, ein bisschen Wohnraum in ihrem bescheidenen Heim.
Viel sauberer ist es auch! Wir putzten einfach von vorne bis hinten, oben bis unten alles durch, die Fenster, durch die man jetzt wieder nach draussen schauen kann, entstaubten Boden und Waende.
Und sie war wirklich so wahnsinnig dankbar. „Moege Gott eure Arbeit vergelten!", sagte sie. "Dass Gott euch beistehen, euch helfen moege!“
Als wir einmal um Spenden in materieller Form bei der hiesigen Bevoelkerung gebeten hatten, bekamen wir Betten, die wir im selben Aufwasch mit den Matratzen verteilten, wo sie gebraucht wurden und kleine Tische.
Die Farbe war nicht mehr besonders toll. Deswegen kauften wir welche und die zukuenftigen Besitzer strichen ihre Moebel selber voller Enthusiasmus an.
Mir kam´s so vor, als war allein das Streichens schon die reinste Freude fuer sie. Jaimito (2. von l.) bat schon wieder freiwillig seine Hilfe an.
Sehr zufrieden waren wir damals, als wir die projekteigenen Duschen so hergerichtet haben, dass sie auch von den Projektbesuchern benutzt werden koennen, mit der Erwartung, dass sie dann natuerlich auch genutzt werden. Doch hier sind alle noch so selbstverstaendlichen Selbstverstaendlichkeiten nicht so ganz selbstverstaendlich. Man koennte meinen, dass die Menschen, die wohl ihr ganzes Leben lang nie den Luxus einer warmen Dusche geniessen konnten, mit groesster Freude dieses Angebot warnehmen, aber wohl gerade weil sie es nie hatten, konnten sie nie einen Sinn fuer Hygiene entwickeln, fuer ein wirkliches Beduerfnis nach Sauberkeit, koennen sich nicht vorstellen, dass Duschen mit warmem Wasser auch angenehm sein kann.
Doch wir erwarten, dass sie davon Gebrauch machen, denn gerade in dieser Gemeinschaft gehoert es dazu, dass man nicht voellig ungepflegt ankommt, wenn es diese Moeglichkeit schon gibt.
Anstatt sie dazu zu zwingen wollten wir sie von der Notwendigkeit ueberzeugen und ueberlegten uns somit Gruende, warum Sauberkeit so wichtig ist
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