Um sich eine grobe Vorstellung von der Groesse der Gruppe machen zu koennen, ist hier ein Foto, das ich mal gemacht habe. Allerdings kommt mir das da ein bisschen wenig vor. Zum Mittagessen sind meistens so um die 50 Leute da.
Fuer die Hinfahrt haben wir sage und schreibe 11 Stunden gebraucht! Wir haben zwar einmal zum Mittagessen angehalten und einmal, um eine Kirche anzusehen inklusive andere kleinere Pausen, aber das ist trotzdem unglaublich lang, wenn man sich vor Augen haelt, dass die Strecke von Ibarra nach Baños nur ca. 290 km (ich hab nachgeschaut) betraegt. Ich hab nicht das Gefuehl, dass das hier so ungewoehnlich ist, aber daran muss ich mich erst noch gewoehnen. Der Grund war wohl letztendlich, dass der Busfahrer wahrscheinlich aus Kostengruenden die gut ausgebaute Panamericana gemieden hat und auf abgelegensten Wegen durch die kleinsten Doerfer gefahren ist.
Das war deswegen sehr schade, weil dann bei der Ankunft der ganze Samstag schon fast vorbei war, vor allem fuer die Adultos Mayores. Die haben sich dann nach dem Abendessen recht bald schlafen gelegt.
Gekocht wurde von den Hermanitas in einem kleinen Haeuschen, sehr einfach, wie so oft hier.
Ein Bild von der Essensausgabe.
Wir (die anderen Freiwilligen, die Licenciada des Projekts, ihr Freund und ich) sind am Abend aber noch mit einem grell leuchtenden Spassmobil zu einen Vulkanaussichtspunkt gefahren. Ganz in der Naehe von Baños ist naemlich der Tungurahua, von dem man allerdings nicht so viel sehen konnte. Man hatte allerdings einen guten Blick auf Baños.
Danach haben wir ausserdem noch kurz im Nachtleben von Baños vorbeigeschaut. Es wimmelt da nur so von Europaern und Amerikanern. Baños ist wahnsinnig touristisch, Ibarra im Vergleich dazu ueberhaupt nicht.
Unter Europaern oder Amerikanern fuehl ich mich hier irgendwie komisch, weil das mein Touristen-Gringo- Dasein in gewisser Weise verstaerkt. Durch meine Eingebundenheit durch meine Arbeit, das Leben bei Einheimischen, meine Spanischkenntnisse und die lange Zeit, die ich hier bleib, wuerde ich mich aber eben als kein Tourist mehr bezeichnen.
Es ist aber trotzdem schoen, wenn man auf einmal Englisch und sogar Deutsch reden kann. Ausserdem war sehr lustig, dass ich einen Schweizer Urlauber dreimal an den unterschiedlichsten Orten getroffen hab.
Wenn ich von den ganzen naechtlichen Aktivitaeten schreib, die wir “Jungen” gemacht haben, waehrend die Adultos Mayores unter recht einfachen Bedingungen schon geschlafen haben, hab ich fast ein schlechtes Gewissen.
Allerdings wurde der Ausflug vom Projekt finanziert, sie mussten also nichts zahlen und konnten mal aus Ibarra raus und gemeinsam etwas unternehmen, ohne sich um etwas kuemmern zu muessen. Fuer die meisten war es das erste mal in Baños. Schade war nur, dass sie von der Stadt aufgrund der staendigen Busfahrerei nicht so viel sehen konnten.
Vielleicht besteht auch die Gefahr, alles immer mit deutschen Massstaeben zu vergleichen, also in dem Fall, wie ein “Seniorenausflug” bei uns aussehen wuerde. Aber meiner Meinung war es trotz mancher finanziell bedingter Abstriche ein gute Moeglichkeit der Betreuung durch das Projekt, die ueber die taegliche Speisung hinausgeht.
Am naechsten Morgen besuchten wir einen Gottesdienst in dieser Kirche.
Es war eine sehr interessante Erfahrung, denn die katholischen Messen hier laufen so gut wie genau gleich wie in Deutschland ab. Die Kirche ist aber von vorne bis hinten mit Leuten vollgestopft und das an einem normalen Sonntagsgottesdienst. Meiner Meinung nach sind die Leute hier sehr im Glauben verwurzelt und auf katholische Rituale konzentriert, z.B. haeufiges ausfuehrliches Rosenkranzbeten.
Danach fuhren wir nach Puyo. Der Weg war sehr schoen, es ging stetig von der Sierra weg bergab und immer neben einem grossen Tal, durch das sich verschiedene Flusszweige schlaengeln. Wegen der immer geringeren Hoehe merkte man auch die kontinuierlich zunehmende Hitze- Puyo markiert den Beginn des Oriente. Der tiefe Urwald beginnt dort erst –leider- man konnte ihn sehen und der Besuch der Stadt hat meine Lust auf eine Dschungeltour noch mehr entfacht, die ich in meiner Zeit hier auf jeden Fall mal machen will.
Aus Zeitmangel waren wir leider nur kurz in Puyo, aber man konnte zumindest Oriente-Luft schnuppern.
Der beginnende tropische Regenwald.
Ebenfalls Puyo.
In Baños gibt´s wahnsinnig viele Freizeitangebote. Unter anderem kann man Mountanbikes ausleihen und die Strecke nach Puyo mit dem Rad fahren. Das haben wir Freiwilligen am Montag noch gemacht, wobei wir nicht ganz bis nach Puyo gefahren sind, sondern bis zu einem beeindruckenden Wasserfall.
Die Strecke war wunderschoen angenehm, weil es die ganze Zeit bergab ging.
Auf dem Weg dorthin, bei der Rast an einem Fluss:
Liebe Gruesse in die Welt!
Jonas
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