Ich hab ja letztens schon einmal Bilder von einem Haus gezeigt, das meiner Ansicht nach zum taeglichen Leben schon recht grenzwertig war.
Aber bei diesem war ich richtig schockiert.
Die zwei Frauen (Mutter und Tochter), die man im Hintergrund sieht, muessen zu zweit in diesem kleinen Bett schlafen.
Das Schlafzimmer im allgemeinen ist unglaublich dunkel, trist und bedrueckend.
Auch die Kueche bleibt hinter jeglichem Anspruch zurueck.
Ein anderes Ehepaar kann zwar im grossen und ganzen einigermassen kommod wohnen, doch im Schlafzimmer klafft in einer Wand ein riesiges Loch...
...aehnlich verbesserungsbeduerftig ist diese Kuechendecke in dem Haus einer anderen Frau.
Dieses Ehepaar hat keinen Anschluss zu fliessendem Wasser.
Es ist teilweise wirklich schlimm, das alles zu sehen, aber wir koennen, wenn wir die Maengel feststellen, uns anschliessend auch um eine Verbesserung bemuehen. Hermanita Susana, die unter anderem das Projekt betreut, will sich an einen Architekt wenden, der sich die Sachen anschauen soll.
Kleinere Maengel in den einzelnen Haeusern hoffen wir vor allem durch Spendengelder aus Deutschland ausbessern zu koennen.
Auf eine ganz andere Dimension der Wohnungsnot bin ich aufmerksam gemacht worden, als mir letztens auf dem Weg in die Arbeit ein Mann begegnet ist, der das Projekt besucht. Er wirkt immer so lebensfroh und lustig und hat mir ueber Gott und die Welt erzaehlt. Er hat mich gefragt, wo ich wohn und mir hat es sehr leid getan, die Frage zurueckgegeben zu haben, als er mir gesagt hat, dass er kein Heim hat und auf der Strasse leben muss. Ueber eine andere Projektbesucherin hab ich das gleiche gehoert.
Viel schwieriger als in bestehenden Haeusern etwas zu veraendern wird es, wenn es darum geht, eine neue Bleibe zu finden, evtl. auch fuer manche, die schon eine Unterkunft haben, aber eine bessere benoetigen. Hermanita Susana hat von dem etwaigen Kauf eines Grundstuecks gesprochen, aber das ist wohl fern von allen finanziellen Moeglichkeiten.
Noch viel hilfloser kommt man sich vor, wenn man von schweren Schicksalen hoert, wo man halt abgesehen von emotionaler Unterstuetzung kaum was tun kann. Eine Frau, die wir befragt haben, hat eine sehr schwere Vergangenheit. Sie musste schon in jungen Jahren schwere Feldarbeit fuer ihre Familie verrichten, wurde mit 12 zwangsverheiratet und hat von ihren urspruenglich 11 Kindern schon 5 verloren, eines davon wegen Suizid.
Was einen dann wieder aufheitern kann, ist, wenn man von den Adultos Mayores hoert, wie viel ihnen das Projekt hilft: Die taegliche Beschaeftigung, der soziale Anschluss, usw.
Naechste Woche will ich mit den regelmaessigen Weihnachtsliedersingsessions beginnen! :)
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