Donnerstag, 10. November 2011

Hausbesuche und Geburtstagsfest

Ich hab jetzt schon ein paar Tage im Projekt gearbeitet und es gibt einiges darueber zu berichten. Die "Adultos Mayores" arbeiten fleissig an ihren Bastelarbeiten. Ich versuch, mich auch so gut ich kann zu beteiligen und hab an handwerklichen Faehigkeiten schon einiges dazugelernt. Ich glaub, es freut sie sehr, wenn sie mir was beibringen koennen. Z.B. hab ich bei so einem roten Kranz, wie man auf dem Bild sieht, so eine Kortel dran genaeht.

Ausserdem sollen die Leute, die die Tagesstaette besuchen, neben der Betreuung im Projekt, auch in ihrer individuellen Lebenssituation begleitet und unterstuetzt werden. Dazu besuchen Carlotta, die andere Freiwillige, und ich die Adultos Mayores in ihren Haeusern, reden mit ihnen und befragen sie u.a. ueber ihre Lebensgeschichte, ihre Gewohnheiten und Beduerfnisse.Vor allem sehen wir uns auch die Orte an, wo sie wohnen und ob es dort irgendwelche Maengel gibt, die ausgebessert werden muessen. Ziel ist es, alle Leute besser kennenzulernen und von jedem eine Art Profil anzufertigen, um ihnen besser helfen zu koennen. Manche wohnen bei ihren Kindern, Ehepartnern oder Geschwistern, viele aber auch allein. Manchmal ist es nicht ganz leicht, weil die Senioren nicht "Herr im Haus" sind und wir daher unter Umstaenden nicht wirklich erwuenscht sind und uns nicht so viel Zeit fuer die Gespraeche nehmen koennen. Zudem koennen sie ueber etwaige Probleme mit ihren Mitbewohnern in Anwesenheit derer nicht offen sprechen.
Hier waren wir bei einer Frau, die gerade eine Operation hinter sich hat und daher bettlaegrig ist.
Diese Frau (im unteren Bild) wohnt seit kurzem mit ihrer Tochter in einem schoenen, recht geraeumigen Haus.

Aber andere muessen viel einfacher, beengter und provisorischer leben .

Heute wurde im Projekt ein kleines grosses Geburtstagsfest gefeiert. Alle, die in letzter Zeit Geburtstag gehabt haben, bekamen einen Hut aufgesetzt, wie man auf dem Bild sieht.
Ausserdem haben wir den Raum fleissig mit Konfetti und Luftballons geschmueckt.
Das ist allerdings nur ein kleiner Teil. Es waren insgesamt ca. 20 Leute. Jeder bekam eine Glaskanne mit zwei Glaesern geschenkt. Es wurde Kuchen und Wein getrunken, getanzt und gefeiert.
Alle haben sich so wahnsinnig bedankt und gefreut, manche so herzzereissend, dass sie hier sein koennen und dass es Leute gibt, die sich um sie kuemmern und mit denen sie feiern koennen, denn viele haben sonst niemanden mehr.

Ich hab`s mittlerweile auch geschafft, ein Foto von meinem Gastvater zu machen, hier gerade bei der Arbeit in der Schusterwerkstatt. Vom kleinen Gastbruder Sebastián schaff ich´s sicher auch bald noch, ein Foto zu liefern.
Und letztens ist mir beim Weg durch die Stadt wie aus dem Nichts ein Umzug entgegen gekommen. Wie ich spaeter erfahren hab, war es von einer Schule aus wegen irgendwelchen Feierlichkeiten.



Am Samstag geht´s nach Baños! Bis dann, Jonas :)

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