Freitag, 10. Februar 2012

Más Guayaquil

Die Highlights hab ich bereits im letzten Eintrag verpulvert, aber es gibt noch ein paar durchaus zeigenswerte Sachen.
Da waer noch ein anderer Malecón, Malecón El Salado, weit unbedeutender und in der Tat unspektakulaerer als der Malecón 2000. Hier und da ein schoener Baum, ein Weg zwischen schoenen Baeumen hindurch, spielende Kinder auf einem Kinderspielplatz. Trotzdem findet man beschauliche ruhige Plaetze, um einem interessanten Samstagsnachmittagsgespraech nachzugehen.

Anstatt am wirklich Río Guayas geht er nur an einem kleineren Seitenarm entlang.

Ins Auge springen die Wasserfontaenen, wie sie gewitzt und erhaben ihre Show abgeben. Nach dem zweiten Blick kommt einem der Gedanke, dass das, womit man hier in Fuelle spielt, so manchen Leuten dieser Stadt nicht jederzeit als Ressource zur Verfuegung steht, nicht allzu weit davon entfernt. 

Eine ganz ansehnliche Kirche, la catedral de Guayaquil, konnte ich noch einfangen
und im gegenueberliegenden Parque Seminario Leguane, die dort eine sehr interessante Lebensgemeinschaft mit Tauben bilden.
Und wenn sie gerade lustig sind, verlassen sie ihr trautes Heim fuer einen kleinen Spaziergang.
Manchmal muss man einfach raus, aus der Stadt, in den Parque Historico, der weitere schoene Tiere beherbergt,  verschiedenste Voegel und auch Reptilien.
Mein Favorit war dieser Vogel. Ich bin kein Ornithologe und kann schon nicht mehr darueber sagen, aber er gefaellt mir!
Schoen war´n auch die Papageie,
Doch recht nervig ihr Geschreie.  
Auf dem selben Terrain befindet sich auch ein altes Haus aus dem fruehen 20. Jahrhundert, frueher Eigentum eines wohlhabenden Mediziners, heute renoviert und fuer den allgemeinen Besuch zugaenglich.
Chillt schon.
Darin hab ich auch das erste Klavier hier gesehen, sogar ein Fluegel, geoeffnet, eigentlich bereit zum Spielen, doch traurigerweise der Zugang versperrt.Wie gern ich darauf gespielt haett, seit Ewigkeiten mal wieder! Ganz bestimmt war er schrecklich verstimmt und kaputt…

Wer sich jetzt nach all den bisherigen Eindruecken fraegt, wo die Kultur abgeblieben ist, der hat sie hier: Ein Freilichttheater immernoch auf dem Boden des Parque Historico. Fuer alles ist letztendlich gesorgt, man muss nur wissen, wo. 
 Dargestellt wurden u.a. "Campesinos" der Costa, die dafuer bekannt sind, ein sogar fuer viele Einheimische schwer verstaendliches Spanisch zu sprechen. Dementsprechend authentisch gemimt, sprachen sie sehr schnell, verschluckten saemtliche Konsonanten und waren deswegen nicht ganz leicht zu verstehen.
Doch die Handlung kam gut raus, eine Komoedie mit klischeehaften Intrigen, unmuendigen Handlangern und naiven kindischen Clowns, die einen zum Lachen bringen. Sie haben wirklich gut gespielt!

 Ich hab mich fuer die Rueckfahrt am Tag entschieden, um die Landschaft kennenlernen zu koennen, die ich bei den Nachtfahrten ja immer verschlafe oder wegen der Dunkelheit nicht sehe.
Der Bus explodierte fast vor Hitze, doch ich hatte Pech und erwischte einen Platz von dem aus man die Fenster nicht selbst oeffnen kann, sondern auf die Vor- und Hintermaenner/-frauen angewiesen ist, die ich mit aller Hoeflichkeit und Freundlichkeit darum bat. Doch eingepackt in einen dicken Mantel verweigerten sie mir aus Angst vor Kaelte diesen Dienst.
Zumindest war die Landschaft wirklich einigermassen interessant. Waehrend der Regenzeit merkt man, warum die Haeuser der laendlichen Costa-Bevoelkerung auf Stelzen gebaut sind.
Und was ich mich am meisten interessiert hat, waren die riesigen Bananenplantagen. Ecuador ist weltweit Bananexportmeister. Sie wachsen vor allem in den Provinzen Los Ríos und Santo Domingo, wo ich durchgefahren bin. Und wer das naechste mal Bananen isst, der kann ja schauen, ob sie aus Ecuador sind, vielleicht ja von genau diesem Feld.

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