Die Reise ging, zusammen mit 7 anderen deutschen Freiwilligen hauptsaechlich aus Otavalo, los mit dem Nachtbus nach Guayaquil, von dort aus weiter zum Reservat Cerro Blanco.
Das war also unsere Weihnachtsswanderung am 26. Dezember, durch einen heissen Trockenwald. Mittendrin stiessen wir auf diesen Farbtupfer im Blaettermeer.
Unser Weg hatte viel zu bieten. Hier einer von den vielen massiven imposanten Baeumen.
Die enorme Groesse wird auf dem Foto gar nicht so richtig deutlich.
Ein weiterer Schnappschuss aus dem Wald.
Naechstes Ziel war Montañita. Bis dorthin mussten wir einige Male umsteigen, eine kurze Camioneta (Pickup)- Fahrt eingeschlossen. Man ist ja schon gewohnt, dass die Busbetreiber durch lautstarke monotone Werberufe wie z.B. "Quitoquitoquito!" ihren Dienst anbieten, aber in La Libertad stritten sich verschiedene Maenner regelrecht um uns Kunden. "Montañita!" hier, "Montañita!" da, wir entschieden uns fuer ein Gefaehrt und kamen spaetnachmittags schliesslich an.Das urspruengliche Fischerdorf entpuppt sich schnell als Touristenloch und gilt auch als d i e Partymeile an der ecuadorianischen Kueste. Montañita, oder besser Gringohausen, besteht hauptsaechlich aus Hotelarealen, Restaurants, Bars, Diskotheken, Surfershops und Souvenirstaenden. Ich, vor zwei Wochen gerade noch in Simiatug, hab mich schon gefragt, ob das wirklich das gleiche Land sein kann. Auf heisst es: "Qué calor"! und "Qué ruido!". Gefeiert wird bis zum Morgengrauen und ich hab dort so manche schlechte Nacht verbracht, in Laerm und Hitze. Aber so wird einem die grosse Vielfaeltigkeit des eigentlich so ueberschaubaren Landes bewusst, schiere Gegensaetze auf nicht allzu grossem Raum.
Jedenfalls konnten wir uns an einem weitlaeufigen Strand mit Wasser in Badewannentemperatur und gutem Wellengang erfreuen.
Ich weiss nicht, warum ich es nicht zustande gebracht hab, ein wirklich scharfes Foto zu schiessen. Aber so bekommt man zumindest eine Vorstellung davon, wie wohl die meisten den Ort abends erleben.
Auf unserem Weg Richtung Norden, die Ruta del Sol entlang, fuhren wir nach zwei Tagen weiter ueber Puerto Lopez zum Strand Los Frailes im Machalilla Nationalpark.
Dazu gibt es nicht viel zu sagen: Ein weitlaeufiger pazifischer Traumstand in einer Bucht gelegen, wenig Leute durch den Sonderstatus, Wassertemperatur optimal, gutes Wetter.
Wir waren so vernuenftig und sind frueher oder spaeter aus der prallen aequatorialen Moerdersonne rausgegangen und auf einen Aussichtspunkt hinaufgestiegen, von dem man einen atemberaubenden Rundumblick auf diverse Buchten und auf den offenen Ozean hinaus hatte.
Auf diesem Bild nicht im Blickfeld ist die Isla de la Plata (auch bekannt als "Galapagos fuer Arme"), die man ebenfalls sehen konnte.
Wir wollten eigentlich am gleichen Tag noch bis nach Canoa. In Manta haetten wir umsteigen muessen und wurden dort am Busterminal auch von allen Seiten mit etlichen Angeboten regelrecht bedraengt. Nach laengeren Ueberlegungen haben wir dann aber beschlossen, die Nacht in Manta zu verbringen. Im Nachhinein war das auch die richtige Entscheidung, denn wir waeren wohl erst sehr spaet nachts angekommen. Die Fahrt nach Canoa hat dann naemlich wirklich den ganzen naechsten Vormittag in Anspruch genommen.
Canoa, ein paar Eindruecke vom Strand:
Es ist ein kleiner Ort, ruhiger als Montañita, mit einer zentralen Strasse am Strand entlang und nicht viel mehr.
Man meint zuerst nicht, was dort teilweise grausames passiert. Uns wurde von etlichen Vergewaltigungen erzaehlt, die teilweise sogar am Tag am Strand geschahen .
Wir machten Bekanntschaft mit einem Strassenjungen mit Drogenproblemen, ohne Familie und Identitaet. Seine Geschichte ist staendig eine andere. Es gibt keine Einrichtung, kein Heim, das ihn aufnehmen koennte. Viele Leute vor Ort wollen ihm nicht helfen, weil er Farbiger ist. Wegen seiner Hautfarbe wurde er auch einmal zusammengeschlagen, als er am Strand geschlafen hat. Blanker Rassismus! Eigentlich leben in diesem Land ja so viele unterschiedliche ethnische Gruppen zusammen, Indígenas, Mestizen, Bevoelkerung europaeischer Abstammung, Afroecuadorianer, und man koennte meinen, dass die Leute eh schon andere Probleme haben. Eine schreckliche Erfahrung! Mit welcher Hilflosigkeit man so etwas begegnet!
Etwas anderes schlimmes ist uns passiert, als wir am Strand waren, uns ein Maedchen (vielleicht in unserem Alter) weinend mit einem Mann wohl um die 30 im Schlepptau entgegenkam und uns um Hilfe bat, weil sie sich von ihm belaestigt fuehlte.
Wir begleiteten sie zurueck in den Ort, er folgte uns nach. Schliesslich warteten wir mit ihr, bis sie von jemandem abgeholt werden konnte.
Sie war ganz voller Sand und seine Hose war offen. Was genau passiert ist, wissen wir nicht…
Beide schienen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss zu stehen, was wohl auch allgemein ein groesseres Problem ist, in Canoa, an der Costa, pauschal kann man es nicht sagen. Ein brasilianischer Verkaeufer knetete sein Gras, waehrend er mir auf portugiesisch seine Handarbeiten vorstellte.
Die Costa gilt im allgemeinen als gefaehrlicher als die Sierra oder der Oriente. Ich wurde auch von den Einheimischen vor Reiseantritt dazu ermahnt, sehr vorsichtig zu sein. Jetzt muss ich das bestaetigen, es geht, ganz banal gesagt, einfach krasser ab, auch wenn es auf den ersten Blick nicht unbedingt so scheint.
Trotzdem haben diese Landschaften und Straende einen einmaligen Reiz, den man sich nicht entgehen lassen will.
Zwei Tage an dieser letzten Reisestation und von dort aus ueber Quito wieder heim. Ich als “Ibarreño” freute mich natuerlich ueber die Rueckkehr in meine Stadt, puenktlich zu Sylvester, ueber das ich dann im naechsten Eintrag berichten werde.
Jedenfalls konnten wir uns an einem weitlaeufigen Strand mit Wasser in Badewannentemperatur und gutem Wellengang erfreuen.
Ich weiss nicht, warum ich es nicht zustande gebracht hab, ein wirklich scharfes Foto zu schiessen. Aber so bekommt man zumindest eine Vorstellung davon, wie wohl die meisten den Ort abends erleben.
Auf unserem Weg Richtung Norden, die Ruta del Sol entlang, fuhren wir nach zwei Tagen weiter ueber Puerto Lopez zum Strand Los Frailes im Machalilla Nationalpark.
Dazu gibt es nicht viel zu sagen: Ein weitlaeufiger pazifischer Traumstand in einer Bucht gelegen, wenig Leute durch den Sonderstatus, Wassertemperatur optimal, gutes Wetter.
Wir waren so vernuenftig und sind frueher oder spaeter aus der prallen aequatorialen Moerdersonne rausgegangen und auf einen Aussichtspunkt hinaufgestiegen, von dem man einen atemberaubenden Rundumblick auf diverse Buchten und auf den offenen Ozean hinaus hatte.
Auf diesem Bild nicht im Blickfeld ist die Isla de la Plata (auch bekannt als "Galapagos fuer Arme"), die man ebenfalls sehen konnte.
Wir wollten eigentlich am gleichen Tag noch bis nach Canoa. In Manta haetten wir umsteigen muessen und wurden dort am Busterminal auch von allen Seiten mit etlichen Angeboten regelrecht bedraengt. Nach laengeren Ueberlegungen haben wir dann aber beschlossen, die Nacht in Manta zu verbringen. Im Nachhinein war das auch die richtige Entscheidung, denn wir waeren wohl erst sehr spaet nachts angekommen. Die Fahrt nach Canoa hat dann naemlich wirklich den ganzen naechsten Vormittag in Anspruch genommen.
Canoa, ein paar Eindruecke vom Strand:
Es ist ein kleiner Ort, ruhiger als Montañita, mit einer zentralen Strasse am Strand entlang und nicht viel mehr.
Man meint zuerst nicht, was dort teilweise grausames passiert. Uns wurde von etlichen Vergewaltigungen erzaehlt, die teilweise sogar am Tag am Strand geschahen .
Wir machten Bekanntschaft mit einem Strassenjungen mit Drogenproblemen, ohne Familie und Identitaet. Seine Geschichte ist staendig eine andere. Es gibt keine Einrichtung, kein Heim, das ihn aufnehmen koennte. Viele Leute vor Ort wollen ihm nicht helfen, weil er Farbiger ist. Wegen seiner Hautfarbe wurde er auch einmal zusammengeschlagen, als er am Strand geschlafen hat. Blanker Rassismus! Eigentlich leben in diesem Land ja so viele unterschiedliche ethnische Gruppen zusammen, Indígenas, Mestizen, Bevoelkerung europaeischer Abstammung, Afroecuadorianer, und man koennte meinen, dass die Leute eh schon andere Probleme haben. Eine schreckliche Erfahrung! Mit welcher Hilflosigkeit man so etwas begegnet!
Etwas anderes schlimmes ist uns passiert, als wir am Strand waren, uns ein Maedchen (vielleicht in unserem Alter) weinend mit einem Mann wohl um die 30 im Schlepptau entgegenkam und uns um Hilfe bat, weil sie sich von ihm belaestigt fuehlte.
Wir begleiteten sie zurueck in den Ort, er folgte uns nach. Schliesslich warteten wir mit ihr, bis sie von jemandem abgeholt werden konnte.
Sie war ganz voller Sand und seine Hose war offen. Was genau passiert ist, wissen wir nicht…
Beide schienen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss zu stehen, was wohl auch allgemein ein groesseres Problem ist, in Canoa, an der Costa, pauschal kann man es nicht sagen. Ein brasilianischer Verkaeufer knetete sein Gras, waehrend er mir auf portugiesisch seine Handarbeiten vorstellte.
Die Costa gilt im allgemeinen als gefaehrlicher als die Sierra oder der Oriente. Ich wurde auch von den Einheimischen vor Reiseantritt dazu ermahnt, sehr vorsichtig zu sein. Jetzt muss ich das bestaetigen, es geht, ganz banal gesagt, einfach krasser ab, auch wenn es auf den ersten Blick nicht unbedingt so scheint.
Trotzdem haben diese Landschaften und Straende einen einmaligen Reiz, den man sich nicht entgehen lassen will.
Zwei Tage an dieser letzten Reisestation und von dort aus ueber Quito wieder heim. Ich als “Ibarreño” freute mich natuerlich ueber die Rueckkehr in meine Stadt, puenktlich zu Sylvester, ueber das ich dann im naechsten Eintrag berichten werde.
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