Auch der Globus aus Stein am Weltmittelpunktsdenkmal, hier Suedostasien und Australien. Zwar etwas kantig, grob und verrueckt, aber...immerhin. Zum schmunzeln.
Mit Insiderwissen findet man, einen kleinen Weg entlang, dann zum tatsaechlichen Aequator, mit den modernen Mitteln der Technik- GPS- ausgemessen. Man muss echt aufpassen, dass man die recht unscheinbare Unterbrechung des Pflastermusters nicht uebersieht.
Es ist schon ein sehr ergoetzendes Gefuehl, gleichzeitig auf der Nord- und der Suedhalbkugel zu stehen. Und auch der Blickwechsel zwischen den beiden Hemisphaeren.
Nordhalbkugel
Suedhalbkugel
Schoene Motive sind das doch! Solche geographischen Hoehepunkte koennen mich unglaublich begeistern, vor allem auch der Gedanke, dass ich ja staendig zwischen diesen Halbkugeln hin- und herpendel.
Eine andere Mitte der Welt gibt es in Quito, etwas ausserhalb, in einem kuenstlichen Ort namens "Mitad del Mundo".
Von verschiedenen Quellen wusste ich, dass das nicht der wirkliche Breitengrad 0 ist. Wieder stimmt es um ein paar Hundert Meter nicht, diesmal aus dem Grund, dass man an der eigentlich richtigen Stelle wegen einer sich dort befindenden Wohnsiedlung dieses Monument nicht errichten konnte,
das mich nach dem Besuch der “wahren Mitte” und mit dem Wissen ueber die “Fake-Mitte” einigermassen angelascht hat. In der Hinsicht bin ich Prinzipienreiter. Die ganzen hysterischen Touristen, die sich in allen moeglichen Posen an dieser gelben Linie im Blitzlicht raekelten, konnte ich nicht verstehen. Vielleicht wissen sie es nicht oder verdraengen es, so wie es im Lonely-Planet- Reisefuehrer geraten wird.
Die dritten Aequatorbekanntschaften im Freilichtmuseum Solar Inti Ñan waren wieder keine echten, wie ich nachgelesen hab.
Trotzdem war die Fuehrung durch diesen Garten recht interessant. Es ging hauptsaechlich um Braeuche und Lebensweise von Indígena-Staemmen im Oriente und am Schluss dann um physikalische Phaenomene am nullten Breitengrad.
Man musste versuchen, ein Ei auf einen Nagel zu stellen. Ich hab´s als einer der ganz wenigen geschafft, juchu! Und danach sogar ein Zertifikat bekommen.:)
Dieser Herr staunte nicht schlecht.
Ich muss irgendwann noch ausprobieren, ob das fernab vom Aequator nicht auch moeglich ist. Auch an anderen Versuchen und Expermienten, die wir gemacht haben, zweifel ich; teilweise war es echt zu frappierend, was auf der (noch dazu unechten) Linie moeglich ist und minimal daneben nicht mehr.
Am Wochenende darauf wollte ich eigentlich nach Kolumbien, aber vernuenftigerweise dachte ich, es ist wohl besser, wenn ich meine Magenbeschwerden von der Costa erst vollstaendig auskurier, bevor ich mir wieder groessere Reiseziele vornehm. Aus im Nachhinein schwer erklaerlichen Gruenden zog´s mich nach Tulcán, noerdlichste Stadt der Sierra, letzter Ort vor der kolumbianischen Grenze und auch einzig empfohlenes Sprungbrett fuer alle Grenzgaenger. Ansonsten hat die Stadt jedoch herzlich wenig zu bieten. Es gibt einen beruehmten Friedhof
mit lauter ganz verschiedenen aus Hecken geschnittenen Skulpturen, deren Formen griechische, roemische, aegyptische, aztekische und inkaische Wurzeln haben.
Leider werden manche von leidenschaftlichen Klettermaxen in ihre Mitleidenschaft gezogen.
Es muss aber wirklich ein Heidenspass sein- ein Versteckal-Fangal-Kraxl-Paradies fuer Kinder, die die Grabbesuche der Familie langweilen und davon ausbuechsen.
...da musste ich an Harry Potter 4 bei der dritten Aufgabe im Labyrinth denken...
Neben diesem einzigen Lichtblick ist die Stadt an sich, vor allem auch im Vergleich zum pulsierenden Ibarra, so leer, karg, leblos...um nicht zu sagen haesslich.
Doch die, die eigentlich gern nach Kolumbien wollten, koennen schon ein bisschen Kolumbien-Luft schnuppern, mit Autos aus Ca- Ca-Cali
und ganz biederen Typen mit kolumbianischen Peso-Lappen in der Hand, die den Strassenrand zieren und sicher ganz biedere Geldwechselgeschaefte betreiben.
Ecuador ist wegen dem US-Dollar ein attraktives Land fuer die Nachbarstaaten Kolumbien und Peru. Die Leute kommen, um in irgendeiner Form Geld zu verdienen, um dann wegen dem besseren Wechselkurs beim Tausch in die eigenen Waehrung einen Gewinn zu machen.
Einmal schaff ich´s schon auch noch ueber die Grenze rueber.
Eigentlich sollte ich auch gerade in Guayaquil sein. Aber ich wurde Donnerstag und Freitag ein wenig von Pech verfolgt. Mir ist etwas sehr dummes passiert, was mir einigen Stress gekostet hat und mich dazu zwingt, am Montag hier auf der Matte zu stehen. Dann wollte ich mein Unglueck nicht weiter herausfordern bei einer Reise in eine Stadt, die wirklich nicht ohne ist.
Aber ich hab Guayaquil schon auf das erste Februarwochenende vertagt, lasse meine Enttaeuschung ueber den aus verschiedenen Gruenden reisetechnisch recht unereignisreichen Januar, der noch nie mein Gluecksmonat war, hinter mir und plan voller Vorfreude die zweite Haelfte meiner Zeit hier.
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