Irgendwann findet man sich damit ab, dass hier der kuerzere odere laengere Weg von A nach B oder C ueber kurz oder lang sehr sehr lange dauert. Schade ist das oft, denn zumindest in der Sierra verbringt man letztendlich die meiste Zeit einer Reise im Bus, wenn man mehrere verschiedene Orte sehen will und kommodes Reisen schaut anders aus. Aber man kann hier wirklich Geduld lernen, nicht nur im Verkehr: "Wenn man sich um 8 mit einem Ecuadorianer verabredet, weiss man gleich: Treffen ist um halb 9." Ganz so krass ist nicht, aber es geht schon in die Richtung.
Meistens hat die Landschaft aber einiges zu bieten. So konnte ich auf dem Weg nach Guaranda naemlich den majestaetisch in die Hoehe ragenden Chimborazo sehen, mit ca. 6300 m ueber MSL groesster Berg/ (inaktiver) Vulkan des Landes.
Ein kleiner Wintertouch fuer Leute, die diesen hier vermissen.
Manchmal kaum zu glauben, durch welche gigantische Hoehen man hier mit dem Bus faehrt, vorbei an mit der Hoehe immer spaerlicher werdender Vegetation. Die Strecke von Ambato nach Guaranda erreicht laut Reisefuehrer voruebergehend ca. 4000 m ueber MSL.
In Guaranda angekommen, der Indio Guaranga als beeindruckendste Sehenswuerdigkeit waehrend meiner Schnellstadtbesichtigungstour, der sich oberhalb der Stadt ueber dem gleichnamigen Museum befindet.
Am Plaza Central kommt abends Vorweihnachtsstimmung auf- dank der sich bewegenden leuchtenden Rentieren und der mit farbenfrohen Lichterketten geschmueckte Palmen...und wegen der recht frischen Temperaturen. Nach Sonnenuntergang schwitzt man in der Winterjacke nicht. Guaranda liegt ziemlich hoch und wir befinden uns laut den Einheimischen gerade im "Winter", also der Regenzeit. Tatsaechlich regnet es haeufiger und es ist oft kaelter. Da lob ich mir mein warmes Ibarra, in dem man auch in diesen Tagen meistens trotzdem im T-Shirt rumlaufen kann.
Dieses Jahr ist uebrigens Premiere fuer dieses Kunstwerk.
Dieses Jahr ist uebrigens Premiere fuer dieses Kunstwerk.
Durch meine tollen Kontakte kenn ich einige Leute in Ecuador, bzw. kann neue kennenlernen und plan daher meine Ausfluege meistens so, dass ich diese besuchen kann.
Ein Hausbesuch der anderen Art. Teilweise sind die extremen Gegensaetze zwischen den sozialen Schichten echt frapierend, die mir durch solche Erlebnisse auf der einen Seite und das, was ich durch meine Arbeit oft sehen muss, auf der anderen Seite in krassem Ausmass bewusst werden.
Meine Reiseroute fuehrte mich weiter durch die Provinz Bolívar nach Salinas, einem kleinen behaglichen Ort mit gutem Ausblick auf die umliegende Berglandschaft.
Salinas ist bekannt fuer Kaese, Schokolade und andere Lebensmittel, die dort produziert und verkauft werden.
Saemtliche Koestlichkeiten hab ich als Mitbringsel fuer meine Gastfamilie erstanden. Ich hab dann natuerlich auch mitgegessen- ein wahrer Gaumenschmaus, vor allem der "Salinerito"- Kaese, der unter den guten europaeischen Kaesesorten seinesgleichen sucht und einen einmal mehr das dortige Essen vermissen laesst.
Durch den Plan, auch den Mann einer meiner Gastschwestern zu besuchen, liess ich mich auf das Abenteuer Simiatug ein, immer tiefer oder eher hoeher in die Anden. Langsamkeit der Fortbewegung, Kaelte und Hoehe bekamen dort immer wieder andere Dimensionen. Die Spanische Sprache bringt die Empfindungen da oft auf den Punkt: "Qué frío! Qué lento! Qué alto!"
Man lebt auf dem Land oft auf engem Raum mit den Tieren zusammen.
Unter den Bewohnern des Dorfes bin ich mir ziemlich als Ausserirdischer vorgekommen. Die Anbindung an die naechsten Zivilisationen ist sehr schlecht und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich sonst schon einmal ein Gringo dorthin verirrt hat; durch meine Kontakte schlag ich touristenuntypische Wege ein.
Wegen dem hohen Anteil an indigenen Einwohnern wird auch recht viel Quichua gesprochen. Ich konnte ein paar Brocken davon lernen. Mal schaun, wie weit ich damit noch kommen werd.
Es herrscht fast an Winterdeutschland anmutende Kaelte, aber an Heizungen ist gar nicht zu denken. Auch ansonsten fehlt es an so vielem. Im Regen und Nebel ist es draussen ungemuetlich, aber die Haeuser bieten keinen wirklich davor schuetzenden Rueckzugsort. Aus dem Komfort-Leben in Guaranda raus also das pure Kontrastprogramm, eine schlimme, wenn auch interessante Erfahrung.
An- und Abreise gingen ueber nasse holprige Schottergebirgspaesse durch dichten Nebel, wohl nie schneller als 30 km/h und stets nah am tiefen Abgrund entlang. Bei der Fahrt von Simiatug nach Ambato ueberquerten wir quasi vollstaendig einen 4000er.
Wenn Gegenverkehr kommt, wird´s in jeglicher Hinsicht eng. Duch waghalsige Ausweichmanoever haut´s aber letztendlich doch irgendwie hin.
Oder auch nicht…sehr beruhigend!
Der Bus vor uns hat es anscheinend nicht geschafft.
Vorne beim Fahrer haengt der Rosenkranz, es wird schon alles gut gehen. Und mit der Zeit wird man auch so “tranquilo” wie meine ecuadorianischen Mitfahrer.
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