Einen ganzen sehr komischen Tag hatte ich dort noch, den ich hauptsaechlich mit Lesen und Versuchen, zu Schlafen verbrachte. Am Abend gelang es mir wegen einer moerderischen Hitze erst immer noch nicht, irgendwann jedoch so gut, dass ich meinen Flug fast verpasst haette.
Doch dann sass ich schliesslich im Flugzeug nach Lima. Von Lima weiter nach Cusco.
Aussicht ueber Lima!
Aussicht ueber Lima!
Vor der so interessanten Stadt Cusco war es erst einmal das neue Land, das mich beschaeftigte. Peru! Schon aus der Luft fielen mir die rotbraunen Haeuser auf, ungewohnt fuer mich, der von Ecuador eher weissgraue Roh(bauten) gewohnt ist. Weitere kleine Unterschiede (alles eigentlich Banalitaeten, mit der Zeit wurden mir viel entscheidendere Aspekte bewusst): Wesentlich aeltere und kaputtere Autos. Sie erzaehlten mir, es kaemen in Peru sehr viele Gebrauchtwagen aus Chile an. Die Taxis sind nicht einheitlich gelb wie in Ecuador, sondern haben irgendeine Farbe, meistens trifft man aber auf weisse Gefaehrte.
Ich hatte wieder die Wahnsinnsmoeglichkeit, bei Einheimischen zu sein, mit Cusqueños ihre Stadt kennenzulernen. Und auch wenn sie es nicht lesen werden oder nicht lesen koennen, will ich Dank aussprechen, fuer die unwahrscheinliche Gastfreundschaft, die mir so viele Menschen in meiner Zeit hier entgegengebracht haben! Welche Freundlichkeit! Que dios les pague!
Am Abend, wenige Stunden nach meiner Ankunft, ging´s dann gleich noch in die Stadt. Ich war zwar wirklich ziemlich fertig, aber sagte mir immer: Schlafen kann ich daheim und mach lieber immer so viel, wie ich irgendwie schaff.
Cusco kommt vom Wort “Qosqo”, ist Quechua und bedeutet “Nabel der Welt”, war zu Zeiten des Inkareiches, das vom heutigen Suedkolumbien bis in den Norden von Argentinien und Chile reichte, dessen kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Die Stadt hat angeblich die Form eines Pumas, mit den Ruinen von Sacsayhuamán als Kopf, Cusco als Koerper und der Fluss Huatanay als Schwanz und ich bilde mir ein, das aus dem Flieger schon erkannt zu haben.
Plaza Regocijo.
Da gibt es lauter so kleine Gassen.
Am naechsten Tag dann bei Tageslicht ein weiterer Rundgang, diesmal mit regem Treiben von Cusqueños und vielen vielen Gringos. Es ist wohl der touristischte Ort in ganz Suedamerika. Ich glaube, wuerde man alle Besucher als eigene Bevoelkerungsgruppe auffassen, sie wuerden keinen unerheblichen Teil ausmachen.
Am Abend, wenige Stunden nach meiner Ankunft, ging´s dann gleich noch in die Stadt. Ich war zwar wirklich ziemlich fertig, aber sagte mir immer: Schlafen kann ich daheim und mach lieber immer so viel, wie ich irgendwie schaff.
Cusco kommt vom Wort “Qosqo”, ist Quechua und bedeutet “Nabel der Welt”, war zu Zeiten des Inkareiches, das vom heutigen Suedkolumbien bis in den Norden von Argentinien und Chile reichte, dessen kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Die Stadt hat angeblich die Form eines Pumas, mit den Ruinen von Sacsayhuamán als Kopf, Cusco als Koerper und der Fluss Huatanay als Schwanz und ich bilde mir ein, das aus dem Flieger schon erkannt zu haben.
Schoene abendliche Stimmung in einer ausgesprochen schoenen
Stadt.
Hier Plaza de Armas mit der Catedral im Hintergrund.Plaza Regocijo.
Da gibt es lauter so kleine Gassen.
Diese Art Wasserfaelle an der Plazoleta San Blas
haben mir besonders gut gefallen! Irgendwie ein bisschen so aehnlich wie das
beleuchtete Wasser am Bach beim Hagen, das man immer sieht, wenn man am Abend
vom Volksfest beim Heimfahren ueber diese eine kleine Bruecke faehrt.
Blick von oben.
Am naechsten Tag dann bei Tageslicht ein weiterer Rundgang, diesmal mit regem Treiben von Cusqueños und vielen vielen Gringos. Es ist wohl der touristischte Ort in ganz Suedamerika. Ich glaube, wuerde man alle Besucher als eigene Bevoelkerungsgruppe auffassen, sie wuerden keinen unerheblichen Teil ausmachen.
Aber kein Wunder, angesichts dieser geschichtlichen
Bedeutung als Inka- Hauptstadt, den saemtlichen bedeutenden Ruinen im
nahegelegenen Valle Sacrado und natuerlich halt einfach dem Machu Picchu!
Das wollte ich ja auch alles besuchen und daher planen, ging von einer
Verkaufsstelle zur naechsten und schaute mir die Stadt quasi im Vorbeigehen an. Es gibt da so wahnsinnig
viel! Lonely Planet schreibt, egal, wie lang man da ist, es ist zu kurz. Aber mit einem zuegigen
Schritttempo kriegt man da schon so einiges unter. Und ich finde, es geht ja auch mehr um einen Gesamteindruck, als darum, systematisch z.B. alle Museen abzuklappern.
Vielmehr hab ich es genossen, unabsichtlich von den regen Besucherstroemen abzukommen und durch die verzweigtesten Hinterwege zu spazieren. Ich hatte die einzelnen Orte immer nicht gleich gefunden und mich ein paar Mal ziemlich verlaufen.
In Cusco sieht man die Vermischung inkaischer Kultur und spanischem Kolonialeinfluss mehr als sonst irgendwo. Das skurrilste Exempel haengt in der Catedral, Jesus beim letzten Abendmahl mit seinen 12 Juengern und auf dem Teller liegt ein gebratenes Meerschweinchen...
Vielmehr hab ich es genossen, unabsichtlich von den regen Besucherstroemen abzukommen und durch die verzweigtesten Hinterwege zu spazieren. Ich hatte die einzelnen Orte immer nicht gleich gefunden und mich ein paar Mal ziemlich verlaufen.
In Cusco sieht man die Vermischung inkaischer Kultur und spanischem Kolonialeinfluss mehr als sonst irgendwo. Das skurrilste Exempel haengt in der Catedral, Jesus beim letzten Abendmahl mit seinen 12 Juengern und auf dem Teller liegt ein gebratenes Meerschweinchen...
Es war gerade Gottesdienst, christliche Chorgesaenge auf
Quechua!
An jenem Tag feierte man auch den “Señor de los templores”,
der verehrt wird, weil er die Stadtbewohner vor Erdbeben schuetzen soll.
Cusco wurde in seiner Geschichte etliche Male von schlimmen Erschuetterungen heimgesucht und dabei vor allem die nicht bebensicheren Kolonialbauwerke zerstoert. Die Spanier benutzten in ihrem ausbeuterischen Stil uebrigens Steine von diversen Inka- Tempeln als Baumaterial fuer ihre Kirchen, etc.
Cusco wurde in seiner Geschichte etliche Male von schlimmen Erschuetterungen heimgesucht und dabei vor allem die nicht bebensicheren Kolonialbauwerke zerstoert. Die Spanier benutzten in ihrem ausbeuterischen Stil uebrigens Steine von diversen Inka- Tempeln als Baumaterial fuer ihre Kirchen, etc.
Die Catedral noch einmal von aussen.
Menschen in Uniform (auf dem Bild nur schwer zu erkennen) standen da wegen der bevorstehenden Prozession mit dem "Señor de los templores", soviel ich mitbekommen hab, die aber dann leider ziemlich vom Regen davongeschwemmt wurde.
Hier noch der Plaza de Armas von der anderen Seite aus mit der Iglesia de la Compañía.
Durch Kontakte und Bekanntschaften meldete ich mich fuer eine Tour zu Inka-Ruinen in und um die Stadt an. Es war das erste Mal in meiner Zeit, dass ich eine Fuehrung machte, ansonsten schau ich mir die Sachen eigentlich immer lieber auf eigene Faust an. Aber da war es gut, weil ich wenig Zeit hatte und in dem reservierten Bus der Gruppe viel schneller zu den einzelnen Orten fahren konnte, ohne mich um etwas kuemmern zu muessen.
Meiner Ansicht nach sprechen Ecuadorianer und Peruaner der Sierra beide ziemlich aehnlich gutes Spanisch, aber es gibt da so kleine feine Unterschiede, die mir immer wieder einmal aufgefallen sind. Einmal ging ich in ein Restaurant und wollte ein Abendmenue bestellen, in Ecuador sagt man dazu "Merienda". Der Kellner schaute mich ganz verwirrt an und fragte mich nach einer Zeit, ob ich denn eine "Cena" wollte. Ja, sagte ich, ass und erfuhr spaeter, dass "Merienda" eine sehr besondere Riesenmahlzeit ist, die in Peru nur einmal im Jahr von bestimmten "Campesinos" verspeist wird, mit Meerschweinchen, verschiedenen Fleischssorten, etc. Zum Essen dazu wurde mir ein Coca-Tee gebracht.
Menschen in Uniform (auf dem Bild nur schwer zu erkennen) standen da wegen der bevorstehenden Prozession mit dem "Señor de los templores", soviel ich mitbekommen hab, die aber dann leider ziemlich vom Regen davongeschwemmt wurde.
Hier noch der Plaza de Armas von der anderen Seite aus mit der Iglesia de la Compañía.
Durch Kontakte und Bekanntschaften meldete ich mich fuer eine Tour zu Inka-Ruinen in und um die Stadt an. Es war das erste Mal in meiner Zeit, dass ich eine Fuehrung machte, ansonsten schau ich mir die Sachen eigentlich immer lieber auf eigene Faust an. Aber da war es gut, weil ich wenig Zeit hatte und in dem reservierten Bus der Gruppe viel schneller zu den einzelnen Orten fahren konnte, ohne mich um etwas kuemmern zu muessen.
Dadurch,
dass die Fuehrung auf Spanisch war, war ich mit einer
Grossfamilie/Freundeskreis aus Argentinien zusammen. Das ist das Interessante an Peru: Es kommen nicht nur Europaer und US-Amerikaner, sondern auch so viele Besucher aus dem suedamerikanischen Ausland. Im Laufe der Zeit sollte ich mich noch mit etlichen Argentiniern, Brasilianern und Chilenen treffen, Leute aus den Laendern, die sich die Reise noch am ehesten leisten koennen. Bolivianern, Ecuadorianern oder Kolumbianern begegnet man dort kaum, zumindest nicht als Touristen.
Erste Station, Qorikancha, einst der reichste Inka-Tempel, dem Sonnengott Inti geweiht, einst vor Gold nur so strotzend. Da die spanischen Eroberer das Bauwerk den Dominikanern vererbten, enstand wieder einmal so eine bizarre Mischung aus inkaischer und kolonialer Architektur. Angeblich sollen innerhalb dieser Mauern immer solche mystischen Inka-Zeremonien stattgefunden haben.
Insgesamt hat mich der Komplex allerdings nicht so wahnsinnig beeindruckt. Dadurch, dass die ganzen Ueberreste der Inkas (streng genommen uebrigens Quechuas, der Inka war immer nur eine einzige Person, das Oberhaupt des Volkes) ja quasi in das Kloster integriert sind, kann man es nur schwer als eigenen urspruenglichen Tempel wahrnehmen, aber dann steht man in der Gruppe also vor so einem Stein
und alle sind einfach voellig begeistert. Faszinierend sind diese Inka-Bauten auf jeden Fall, wirklich intelligente architektonische Meisterleistungen.
Aber Sacsayhuamán danach hat mir noch wesentlich besser gefallen. Da muss man den Namen erst einmal rausbringen. Bei englischsprachigen Fuehrern klingt´s oft so wie "Sexy Woman". :) Dieser Ort hatte neben der religioesen Bedeutung auch so ausgekluegelten praktischen Nutzen. Es war dort auf einmal wirklich wirklich kalt, viel kaelter als in Cusco, obwohl es nur ein kleines Stueck oberhalb der Stadt liegt, doch es wurde uns erklaert, dass es in dieser Gegend das Phaenomen ganz unterschiedlicher Ortsklima gibt. Die schlauen Inkas (Quechuas) wussten das und wussten es fuer z.B. Essensaufbewahrung zu nutzen, Essen fuer die mueden Krieger, die innnerhalb dieser Waelle stationiert waren. Ja es soll von dort aus sogar unterirdische Kanaele in die Stadt gegeben haben.
Man muss sich einfach vorstellen, wie viel groesser und erhabener wohl noch alles war, bevor die Spanier angekommen sind und den Grossteil davon zerstoert haben und wie es wohl moeglich war, die 300 Tonnen schweren Steine auf den Berg hochzuschaffen...
Im Hintergrund auf dem Huegel sieht man eine Jesus- Statue, so wie die in Rio, nur viel kleiner.
Weiter im Programm dann noch Puca Pucara
und Tambo Machay, wo es heilige Quellen aus der Inka-Zeit gibt, die immer noch funktionieren.
Erste Station, Qorikancha, einst der reichste Inka-Tempel, dem Sonnengott Inti geweiht, einst vor Gold nur so strotzend. Da die spanischen Eroberer das Bauwerk den Dominikanern vererbten, enstand wieder einmal so eine bizarre Mischung aus inkaischer und kolonialer Architektur. Angeblich sollen innerhalb dieser Mauern immer solche mystischen Inka-Zeremonien stattgefunden haben.
Insgesamt hat mich der Komplex allerdings nicht so wahnsinnig beeindruckt. Dadurch, dass die ganzen Ueberreste der Inkas (streng genommen uebrigens Quechuas, der Inka war immer nur eine einzige Person, das Oberhaupt des Volkes) ja quasi in das Kloster integriert sind, kann man es nur schwer als eigenen urspruenglichen Tempel wahrnehmen, aber dann steht man in der Gruppe also vor so einem Stein
und alle sind einfach voellig begeistert. Faszinierend sind diese Inka-Bauten auf jeden Fall, wirklich intelligente architektonische Meisterleistungen.
Aber Sacsayhuamán danach hat mir noch wesentlich besser gefallen. Da muss man den Namen erst einmal rausbringen. Bei englischsprachigen Fuehrern klingt´s oft so wie "Sexy Woman". :) Dieser Ort hatte neben der religioesen Bedeutung auch so ausgekluegelten praktischen Nutzen. Es war dort auf einmal wirklich wirklich kalt, viel kaelter als in Cusco, obwohl es nur ein kleines Stueck oberhalb der Stadt liegt, doch es wurde uns erklaert, dass es in dieser Gegend das Phaenomen ganz unterschiedlicher Ortsklima gibt. Die schlauen Inkas (Quechuas) wussten das und wussten es fuer z.B. Essensaufbewahrung zu nutzen, Essen fuer die mueden Krieger, die innnerhalb dieser Waelle stationiert waren. Ja es soll von dort aus sogar unterirdische Kanaele in die Stadt gegeben haben.
Man muss sich einfach vorstellen, wie viel groesser und erhabener wohl noch alles war, bevor die Spanier angekommen sind und den Grossteil davon zerstoert haben und wie es wohl moeglich war, die 300 Tonnen schweren Steine auf den Berg hochzuschaffen...
Im Hintergrund auf dem Huegel sieht man eine Jesus- Statue, so wie die in Rio, nur viel kleiner.
Weiter im Programm dann noch Puca Pucara
und Tambo Machay, wo es heilige Quellen aus der Inka-Zeit gibt, die immer noch funktionieren.
"Ist das original?", fragte einer der vielen Argentinier. "Ja!" entgegnete dann der Fuehrer.
Das Wasser galt damals als Weihwasser, Milch der Erdmutter Pachamama, das einem ewige Jugend, Schoenheit und Fruchtbarkeit bringen soll. Als Auslaender wuerde man beim Verzehr aber schrecklich krank werden, nur die Einheimischen vertragen es. Komisch, dass von denen trotzdem keiner etwas gekostet hat...
Meiner Ansicht nach sprechen Ecuadorianer und Peruaner der Sierra beide ziemlich aehnlich gutes Spanisch, aber es gibt da so kleine feine Unterschiede, die mir immer wieder einmal aufgefallen sind. Einmal ging ich in ein Restaurant und wollte ein Abendmenue bestellen, in Ecuador sagt man dazu "Merienda". Der Kellner schaute mich ganz verwirrt an und fragte mich nach einer Zeit, ob ich denn eine "Cena" wollte. Ja, sagte ich, ass und erfuhr spaeter, dass "Merienda" eine sehr besondere Riesenmahlzeit ist, die in Peru nur einmal im Jahr von bestimmten "Campesinos" verspeist wird, mit Meerschweinchen, verschiedenen Fleischssorten, etc. Zum Essen dazu wurde mir ein Coca-Tee gebracht.
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